Bloggen, so wie ich hier, tun ja viele. Interessant ist übrigens, dass wordpress.com tatsächlich doch von einigen Internet-Service-Providern in Vietnam blockiert wird. Meist wenn sie staatlich sind. Auf der Arbeit (sollte ich nicht bloggen sondern arbeiten) ist wordpress.com sehr sehr SEHR langsam. In meiner Bude läuft’s aber sehr gut.
Aber zurück zum Thema. Blogger. Aus und über Vietnam. Hier eine kleine Liste von wirklich lesenswerten Blogs.
Nun jedoch ein paar Worte zu Charly. Damit vielleicht die Motivation für diesen Beitrag nachvollziehbar ist.
Die Nordvietnamesen wurden während des „Polizeieinsatzes“ (Die Amis haben Vietnam nie den Krieg erklärt, schon gewußt?) zunächst als „Vietnamese Communists“ bezeichnet. Daraus machte man „Viet Cong“ und später „VC“. Aus „VC“ machte man im Funkverkehr wieder „Victor Charly„, und dann lies man Victor einfach weg. Deswegen hießen Nguyen, Vinh und so weiter bei den Amis alle Charlie. Und dann haben die Amis immer in den Tschungel Tscharlie gerufen, und nie kam einer raus. Und dann haben sie den Krieg verloren. Oder so ähnlich.
Gestern nahm man Notiz von einem weiteren Blog. Ein wirklich bemerkenswerter Blogger, der in einem ganz anderen Hanoi sein muss als ich. Zumindest diesem Beitrag nach. Den was er so schreibt ist mir weitestgehend unbekannt. Andererseits zeigt er, dass er sich gut vorbereitet hat, und dass er ein wahrer Globetrotter ist. So schön wie er schreibt…
Es ist wohl gesünder, sein Fieberthermometer auszulutschen, als an einer der zahlreichen kleinen Straßenküchen in Hanoi einen Snack zu sich zu nehmen.
Schade für einen Weltreisenden, gibt es doch in Hanoi lediglich Kentucky Fried Chicken, aber kein McDonalds. Tja. Wird er deswegen verhungern? Nein, denn man kann wirklich in Straßenküchen essen gehen. In meinem Veedel z.B. gibt es köstlichen Fly Lice für 15.000 Dong (1€ = 25.000 Dong).
Auch gut gefallen hat mir:
Es stinkt unglaublich nach Abgasen.
Welches Hanoi er wohl meint? Wenn ich Hanoi mit Bangkok vergleiche, dann gab es in Bangkok wirklich was für das Immunsystem zu tun. Die Abgasglocke in Hanoi, so wie er schreibt, ist eigentlich eher eine klimazonenbedingte Wolkendecke, die sich meist wenig bewegt. Und bei 30°C und mehr und ordentlicher Luftfeuchtigkeit ist es schon mal etwas stickiger.
Ich habe gestern noch einen Test gemacht. Ich bin mal wieder über einen Markt gegangen wo es allerlei gab, Fisch in Sonne, frittiertes Krabbelzeug und anderes. Mein Geruchssinn funktioniert einwandfrei (Oh ja!). Abgase jedoch rieche ich hier wirklich nur wenn ich mal dumm bin und mit meinem Moped genau hinter einem der öffentlichen Busse hinterherfahre. Die fahren, soweit ich das beurteilen kann, mit Bunker-C Öl, dem Stoff, mit dem auch Tanker über die Weltmeere schippern. Fazit: Das Hanoi im Smog erstickt kann ich nicht bestätigen.
Es geht aber noch weiter.
Etwas Ruhe finde ich am Hoan Kiem Lake im gleichnamigen Bezirk von Hanoi. Viele Menschen suchen hier ihre Ruhe. Doch das ist unmöglich. Es bleibt laut.
Nunja, es wird gehupt. Das gehört hier zum Straßenverkehr, wie bei uns Verkehrsregeln, Rechtsfahrgebot, Rechts vor Links, etc. Hier gibt eben die Hupe. Viel einfacher eigentlich. Jedoch verfügt das menschliche Gehirn über eine wunderbare Fähigkeit. Filtern. Man kann diese Nebengeräusche tatsächlich herausfiltern. Und es gibt in Hanoi wunderbare Dachterrassen, fern ab von den Geräuschen dieser lebendigen Stadt, die wirklich klasse ist. Ob er diese jemals finden wird?
Kleiner Tipp zum Relaxen: Südlich vom Hoan Kiem Lake, auf der Pho Quang Trung, gibt es für umgerechnet 1,20 € Sammeltaxis zum Flughafen. Am Flughafen ist es zwar auch nicht leiser, aber wenn es hier so schrecklich ist, vielleicht gibt es ja ein Ticket ins Taka-Tuka-Land. Vielleicht ist es dort besser. AirAsia bietet meist Specials an, Flüge ab 13 US$ zzgl Steuern….
Und als krönenden Abschluss, wirklich Weitblick beweisend, und die eigentliche Motivation für mich auf diesen Eintrag zu reagieren:
„Hey Joe“, ruft ein Mann rüber zu mir, der mich offensichtlich für einen Amerikaner hält. Er will mich durch die Stadt fahren. Motorräder können eben auch Taxis sein. „Charly doesn´t surf“, rufe ich grinsend zurück und denke dabei an eine Szene aus dem Vietnam-Kriegsfilm „Apocalypse now“. Er lacht und hat verstanden, dass ich seine Dienste nicht beanspruchen möchte.
Respekt! Damit hätte ich bei einem 33jährigen Schreiberling eines angesehenen Blattes mit – eigenen Angaben nach – 8 Jahren Berufserfahrung nicht gerechnet. Soviel Wortwitz! Wahnsinn. Denn schließlich ist Vietnam ja Vietnamkrieg. Klare Sache. War es und wird es immer bleiben. Und Apokalypse Now. Und Full Metal Jacket, Good Morning Vietnam, Platoon, etc etc. Und ABSOLUT nichts anderes. Und KEINER dieser Filme ist in Vietnam gedreht worden (Die Vietnamesen fanden das nämlich nicht so geil, daher wurde irgendwo in Südostasien gedreht, Thailand, Laos, Kambodscha). Das nur am Rande.
Und Vietnamesen Charlie zu nennen ist ganz großes Tennis! Zumindest meiner Meinung nach. Gerade wenn man sich vor Augen hält was damals so alles passierte.
Als Deutscher im Ausland freut man sich schließlich auch immer tierisch, wenn ein Landesbewohner zeigt, dass er in Geschichte aufgepaßt hat und man mit aufRECHT erhobener Hand und „H..l Hi..er“ begrüßt wird.
Halten wir diesen Blog also aufmerksam im Auge und vielleicht können wir auch eine gewisse Entwicklung im weiteren Verlauf entwickeln. Zu wünschen wäre es.
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